Heute stellen wir die ersten Verse eines Gedichts von Dr. Dieter Porth vor und besprechen sie. Das Originalgedicht befindet sich auf www.padina.com und entstammt der Feder Porths.
Padina und die Lyrik (1. Strophe)
Wie eine Spinne das Netz weben die Menschen ihre Kontakte.
Gedichte sind die Tränen ihre Träume und Gedanken.
Die Vielfalt des Lebens bricht der Form die Schranken
und ihre Gedichte werden zum Symbol ihrer Lebensakte.
Das Gedicht ist als Sonett in vier Strophen geschrieben. Die erste Strophe steht im Umarmenden Reim. Das heißt, hinten reimt sich auf vorne und die in der Mitte auch auf sich gegenseitig. Der Dichter bemüht hier sehr interessant Bilder um sein Innenleben auszudrücken. Der Begriff der Lebensakte steht ganz am Ende der ersten Strophe. Wie wir noch später sehen werden, ist dies ein zentraler Begriff in der frühen und mittleren Schaffensperiode von Dr. Dieter Porth.
Die erste Zeile nimmt eine herausragende Bedeutung ein. Der Dichter stellt sich Menschen wie Spinnen vor. Sie weben Kontakte wie Netze. Manche Kritiker sagen, Menschen weben auch Netze, Kontaktnetze eben. Nun, "wie eine Spinne das Netz" so beginnt die Zeile, "weben die Menschen ihre Kontakte." (oder Kontaktnetze, wie gesagt)
Hier sieht Dr. Dieter Porth eine Parallele, die er in der ersten Zeile zum Ausdruck bringt. Damit die Spinne überleben kann, muss sie Beute fangen. Hierzu webt sie ein Netz. Die ahnungslose Beute verfängt sich im Netz (meist kleine, niedliche Fliegen) und ihre Flügel verkleben mit den "Kontakten" der Spinne. Leider klebt es überall, so dass sie sich in ihren Verzweiflungsbewegungen nur immer stärker im Netz verklebt.
Nun kommt die Spinne, also der Mensch, also der Dichter Dieter Porth, und schlägt seine Giftklauen in den Menschen, also die kleine Fliege. Er spritzt eine unangenehme Mischung aus Gift und Verdauungssekreten in das Opfer. Nach einer Weile ist es innerlich verdaut und die Spinne kann es aussaugen.
Herr Dr. Porth beschreibt also sehr schön einen Teil der "Lebensakte". Anhand des Gleichnisses mit der Spinne zeigt er, wie Menschen ihre Kontakte weben, um zu überleben. Auch das Internet ist ja ein Netz von Kontakten, in dem Dr. Dieter Porth sich bewegt. Wie mit den Kontakten der Menschen kann die Spinne das Internet nutzen, um Gift in arglose Opfer zu spritzen und sie zu verdauen. Siehe hierzu auch Bürgerstimmen (Dr. Dieter Porth)
Die zweite Zeile der ersten Strophe des Gedichts ist so komplex, dass sie bis heute nicht gedeutet werden konnte. Manche Lyrikexperten sind der Ansicht, dass sie gar keine Bedeutung hat. Dafür sind die dritte und vierte Zeile wieder einfacher.
Donnerstag, 8. Juli 2010
Gedichtbesprechung Padina und die Lyrik 1/4
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